Weezy Downunder
Mittwoch, 18. April 2012
Die schlimmste bzw. beste Woche
Seit dem letzten Blogeintrag ist wieder einmal sehr viel passiert. Dieses Mal wahrscheinlich noch mehr als sonst.Nach dem wir mit dem arbeiten fertig waren, sind wir nach Adelaide gefahren um dort unseren Trip anzufangen. War eigentlich auch alles gut soweit bis wir einen platten Reifen hatten. Der Mechaniker, der uns eigentlich nur einen neuen Reifen verkaufen sollte, bemerkte, dass unser Auspuff nicht mehr lange halten würde, weil er praktisch durchgebrochen war. Alles zu reparieren würde uns viel Geld gekostet und so haben wir uns entschieden noch mal für eine Woche nach Waikerie zu fahren um das ausgegebene Geld wieder reinzuholen. Einen Tag bevor wir wieder anfangen wollten zu arbeiten, ist uns eine der wahrscheinlich besten Sachen bis jetzt passiert. Am Murray River trafen wir auf zwei Australier, von denen uns der eine zu sich nach Hause einlud um ein paar Bierchen zu trinken. Er würde in ein paar Tagen nach Deutschland aufbrechen und jetzt ein kleines Farewell mit der Familie haben. In der High School war er sehr eng mit einigen deutschen Austauschschülern befreundet, die ihn auch schon wieder besucht hatten und jetzt war es an ihm mit einem Kumpel nach Bonn aufzubrechen. Gerard und sein Freund Patrick wollen eine achtmonatige Europatour machen, die in Deutschland anfängt und endet. Wir kamen uns ein bisschen seltsam vor, nahmen die Einladung aber an. Wenn wir uns schon selber kein Bier leisten können, dann lassen wir uns es aber gerne ausgeben. :) Wir wurden sehr schnell aufgenommen und hatten einen der lustigsten Abende unserer Leben. Man kann gar nicht alles lustige rekapitulieren, weil einfach so viel passiert ist, und vielleicht auch weil viel Bier geflossen ist. Die Party war ungefähr um zwei Uhr beendet und wir mussten um 6.30 aufstehen um Orangen pflücken zu gehen. Es war kein ertragreicher Tag. Von dem Tag an parkten wir den Van bei Gerard in de Einfahrt und machten auch nach der Arbeit viel mit ihm. Am Dienstag bekamen wir sogar Frühstück. :)
Und dann kam ein ziemlich rabenschwarzer Tag. Auf dem Weg zur Arbeit ist unser Van kaputt gegangen. Totalschaden. Ratlosigkeit setzt ein. Wir verkaufen unseren schrotten Van, in den wir mehrere tausend Euro reingesteckt haben an einen Schrotthändler für 300 $. Hätten wir Gerard nicht kennen gelernt und quasi ein bisschen ein ''Zuhause'' gehabt für eine Woche, wäre das vielleicht die schwärzeste Woche, die wir je hatten, geworden. Noch am selben Tag haben wir uns ein neues Auto gekauft und es dieses mal vorher komplett durchchecken lassen. Wir haben jetzt einen Opel Kombi V6, in dem wir auch schlafen können. Zwar nicht so gemütlich wie im Optimus, aber dafür geht unser jetztiges Auto nicht alle 10 Tage kaputt. Es fährt auch auf Gas, womit wir ziemlich viel Geld für Sprit sparen. Der Sohn des Händlers war ein Freund von Gerard und er hatte seinem Vater unsere ''Geschichte des Pechs'' erzählt und er hatte so viel Mitleid, dass er ziemlich viel mit dem Preis runterging.
Am Donnerstag war große Party in Waikerie, weil Karfreitag niemand arbeiten mussten. Gerard war DJ im ''Club'' und wir haben uns vorher mit einigen von seinen Freunden getroffen und sind dann gemeinsam mit ihnen zum Club gegangen. Eigentlich wollten wir Karfreitag uns mit dem neuen Auto auf den Weg machen, aber wir entschieden uns Freitag noch zu bleiben und fuhren Samstag los. Wir hatten, obwohl wir in der Woche sehr viel Geld verloren haben, die vielleicht beste Woche in Australien. Wir haben in einer Woche sehr viele Freunde gemacht und wenn wir es irgendwie einrichten können, werden wir versuchen, uns mit Gerard und Patrick zu treffen während sie in Deutschland sind.
Jetzt da wir ein Auto haben, dass hoffentlich nicht mehr kaputt geht, auf dass man sich verlassen kann, sind wir gewappnet für das Reisen und brechen auf zu neuen Ufern. Der nächste Bericht wird aus Sydney kommen mit Bildern. Bis dann

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 27. März 2012
Die Städte des Murray Rivers
Kurz nach dem letzten Blogeintrag haben wir in Mildura zwei Italiener getroffen, Enrico und Lorenzo, die auf der Suche nach Arbeit in Mildura waren. Arbeit zu finden in Mildura ist eigentlich kein Problem, wenn es nicht angefangen hätte zu regnen . Bei Regen werden Trauben nicht geerntet, weil die Farmer keine Lust haben nass zu werden. So kommt es Einem zumindest vor. Wir wurden von einer offiziellen "Erntestelle" immer wieder für neue Jobs vermittelt, doch als ein Job zu Ende war und für die nächste Woche nur Regen angesagt war, mussten wir uns Gedanken machen was wiir jetzt machen sollten. Entweder man bleibt in Mildura und nimmt das Risiko in kauf lange auf Arbeit warten zu müssen oder man zieht weiter, wo man sich einen neuen Job suchen kann.

Orangepicking

Die Italiener fanden im Internet eine Stelle zum "Orangepicking" in einer Stadt ungefähr 220 km westlich von Mildura: Waikerie. Also zogen wir von ein auf den anderen Tag los um uns mal als Orangenpflücker zu versuchen. Am nächsten Tag war auch gleich unser erster Arbeitstag. Orangenernte ist bei weitem nicht so angenehm wie die Weintraubenernte, weil ein Orangenbaum bis zu vier Meter groß wird und man somit von einer Leiter aus pflückt. Wir hatten nichts langärmeliges zum Arbeiten, weswegen nach zwei Wochen pflücken unsere Unterarme mit Kratzern übersäht sind. Jeden Tag dieser Zeit haben wir mit Kiko(Enrico) gearbeitet und mal hin und wieder mit Lollo(Lorenzo), wenn er mal Lust zu arbeiten hatte. Es schweißt natürlich schon zusammen wenn man jeden Tag von morgens 7 bis nachmittags um 5 Uhr, dasselbe erleiden muss. Nach der Arbeit wurde dann immer ein bisschen Feuerholz "geborgt" um abends beim freien Campingplatz ein ordentliches Lagerfeuer zu machen. Wir haben uns einen eigenen Grill gebaut, so dass man mit der Glut vom Feuer auch immer abends kochen bzw. grillen konnte.

Glück im Unglück

An dem Tag, an dem wir in Waikerie ankamen, hatten wir wieder einmal Pech, aber zur selben Zeit auch unbeschreibliches Glück. Als wir vor dem Supermakrt in Waikerie gehalten haben, bemerkten wir, dass unser Auto wieder einmal auslief. Natürlich hatten wir wieder mal ein Loch in einem Schlauch. Nur dieses Mal war es einer der Größeren, die vom Kühlergrill zum Motor führen. Wir machten uns auf zur nächsten Werkstatt um das nötige Ersatzteil zu beschaffen. Der Schlauch, den wir brauchten sollte 70$ kosten und aus Sidney eingeflogen werden, weil es in ganz Australien nur noch fünf dieser Schläuche gibt(angeblich). Uns blieb nichts anderes übrig und wir bestellten den Schlauch. Wir fuhren mit unserem provisorisch zugeklebten Schlauch zum Fluß um uns etwas zu Essen zu machen, als ein Mitsubishi Express hintern uns hielt und wir mit dem Besitzer Jack ins Gespräch kamen. Er fragte uns, ob wir schon irgendwelche Probleme mit unserem Van gehabt hätten und wir schilderten ihm unser Problem. Er kannte unseren Mechaniker und meinte dieser wolle uns nur über den Tisch ziehen und habe das Teil wahrscheinlich schon im Lager. Jack schaute sich unseren Schlauch an und meinte er hätte davon noch ein PAAR im Anhänger rumfliegen. Er baute ihn auch für uns ein und meinte 5$ wären vollkommen ok, doch entschied sich kurzerhand um und schenkte ihn uns. Er wollte wissen, ob wir Portwein trinken, was wir natürlich bejahten. Er wollte sich mit uns am Campingplatz treffen um ein bisschen zu plaudern und halt Protwein zu trinken. Ich sagte ihm, dass wir noch essen machen müssten woraufhin er mir 50$ für den Portwein und Fertighähnchen in die Hand drückte. Wir gingen zusammen einkaufen und er bezahlte den Wein und unser beider Abendessen! Wir unterhielten uns mit ihm noch bis spät in die Nacht und konnten unser Glück kaum fassen. Auch wenn wir ziemliches Pech beim Autokauf und mit dem Verkäufer hatten, kam in den richtigen Momenten immer Leute vorbei, die uns selbstlos ziemlich aus der Patsche helfen.
Ein weiteres Beispiel: in Mildura ist unser Keilriemen nicht nur einfach gerissen, sonder in seine Einzelteile zerlegt worden und ein Mechaniker, der unseren Boss kannte, baute uns umsonst einen Neuen ein.
Letzte Woche Samstag war der tränenreiche Abschied von Enrico,da Lorenzo schon zurück wieder in Mailand ist, und im Moment befinden wir uns wieder in Adelaide und planen unseren Trip zur Great Ocean Road, dem beliebtesten Touristen Reiseziel in Australien. Ich denke jetzt wird es nur noch Reiseberichte von uns geben, also drückt uns die Daumen, dass unser Van hält! Bis demnächst!

... link (2 Kommentare)   ... comment


Montag, 5. März 2012
Adelaide & Mildura
Wir blieben ungefähr 14 Tage in Adelaide, in denen wir auch das "deutsche" Dorf Hahndorf besuchten, dass neben einigen deutschen Lokalen auch deutsche Einkaufsläden hatte, wo man sich eine Tüte Chipsfrisch für 8$ kaufen konnte. Es war ganz nett, aber natürlich wie man erwartet hätte sehr auf Bayern fokussiert. In der Umgebung Adelaide wurde sehr viel Wein angebaut und wir hofften dort einen Job bei der Weinlese zu ergattern. Wie wir jedoch bald feststellen mussten, würde die Weinernte wegen des vorangegangenen schlechten Wetter erst in sechs Wochen beginnen. Zu lange für uns. Also entschlossen wie uns letztenendes weiterzuziehen nach Mildura, im Staat Victoria, wo die Ernte schon in vollen Zügen im Gange war. Wir bekamen auch ziemlich prompt einen Job beim sogenannten "Grapepicking", welches zwar keine schlechte Arbeit ist, aber leider nach australischen Standarts so bezahlt ist. Unser neuer Boss konnte sich nicht dazu durchdringen uns zu begrüßen oder sonst mit uns irgendwie zu kommunizieren, wenn es nicht wirklich unmöglich war. Zuerst waren wir ziemlich schlecht, was auch im Lohn sich wiederschlug, da man pro geernteten Eimer bezahlt wird, aber so nach 2-3 Tagen hatten wir den Dreh raus und waren so schnell wie die anderen "Picker". Das Wetter war während der Arbeitszeiten akzeptabel, auch wenn manchmal zu heiß mit 38°C, wenn man 8 Stunden in der prallen Sonne stehen muss.
Mildura liegt am Murray River, der von melbourne nach Adelaide fließt und hat 30.000 Einwohner. Also fast eine Metropole nach australischen Standart. Die Stadt ist ziemlich gut um zu arbeiten, weil man hier alles hat, drei verschiedene Supermärkte, Kino, freie gasbetriebene Grillstellen und mehrere Diskos in denen man das hartverdiente Geld ziemlich schnell wieder los ist, beim Preis von 8$ bei einem Kurzen...
Nach der Arbeit, wenn das Wetter gut ist, nehmen wie ein Bad im Murray River und wenn das Wetter nicht mitspielt fahren wir einen Staat weiter um warm zu duschen :) . Mildura liegt nämlich an einem Drei-Staateneck: Victoria, Southern Australia und New South Wales. Heute hatten wir frei wegen starken Regens, aber der wird vorraussichtlich morgen abflauen, sodass wir ab morgen wieder geld machen können.
Der Plan ist hier noch zwei Wochen ungefähr zu arbeiten um dann in der verbleibenen Zeit, die noch knapp 4000 Kilometer nach Cairns zu machen.
Wir lesen die netten Kommentare immer unter den Artikeln und freuen uns sehr darüber! Der nächste Blog wird vermutlich erscheinen wenn wir endlich auf Reisen sind. Bis Bald.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Mittwoch, 8. Februar 2012
Von London nach Moskau
Nach Weihnachten wollten wir eigentlich in den Norden fahren um uns einen Nationalpark anzugucken, woraus leider mal wieder nichts wurde, weil unser Van mal wieder Kühlwasser verlor. So waren wir bis nach Silvester, wenn sich ein Mechaniker mit dem Problem befassen konnte, an die Region um Perth gebunden. Also verbrachten wie die letzten Tage des Jahres am Strand und bewegten unser Auto nur, um damit Silvester nach Perth zu fahren.
Unser Silvester war relativ kurz, denn nach dem nichtvorhandenen Feuerwerk, auf das wir mit vielen anderen Backpackern gewartet hatten, machten viele Clubs schon dicht und den Clubs, die noch geöffnet waren gefiel unser Schuhwerk nicht.
Nachdem unser Auto wieder auf der Höhe war haben wir uns direkt auf den Weg gemacht bevor unser Auto kaputt gehen konnte. Noch am selben Tag kamen wir am südwestlichsten Punkt Australiens an. In der Stadt Albany, die dort in der Nähe war, blieben wir ein paar Tage und machten uns danach auf den Weg nach Esperance.
Doch hatten wir uns wieder einmal zu früh gefreut.
Optimus, unser Van, hatte andere Pläne für uns. Mitten im Nirgendwo, mit 60 km zum nächsten Dorf erlitten wir BREACKDOWN IV. Wenn man sich den Motor angucken wollte ist Kühlwasser in alle möglichen Richtungen gespritzt. Ohne Handyempfang hatten wir uns schon darauf eingestellt de Nacht am Straßenrand zu verbringen um am Morgen per Anhalter ins nächste Dorf zum Mechaniker zu fahren. Kurz vor einbruch der Dunkelheit kam doch noch ein Farmer vorbei, der uns kurzerhand auf seine Farm abgeschleppt hat. Er hatte sogar noch Wohnungen, die früher von Arbeitern bewohnt wurden und erlaubte uns dort die Nacht zu verbringen. Als wir uns jedoch die Wohnung angeschaut hatten zogen wir es lieber vor im Optimus zu schlafen. Alle Tiere, außer den Schaafen, die es auf der Farm gab, lebten auch in den Wohnungen. Das Foto mit den zwei Spinnen (siehe Bilder) ist aus einer der Wohnungen. Die Küche sah aus, als ob man erst kürzlich ein Schaaf darin geschlachtet hätte. Jedenfalls hatten wir mal wieder Strom und konnten unsere Sachen mal wieder aufladen. Auf der Farm lebte ein Mechaniker, der sich aber erst am Montag um Optimus kümmern konnte. So mussten wir das Wochenende über auf der Farm im absolutem Nirgendwo bleiben. Michael, der Farmer, hatten für die Tage bis unser Auto repariert war ein Job für uns. Wir sollten alte rostige Zäune aufrollen, sodass Platz für Neue war. Wir waren dankbar für das bisschen Geld und den Zeitvertreib.Am Anfang war uns der Farmer sehr sympatisch doch mit zunehmender Zeit änderte sich dies auch. Nach dem wir dann eine Woche auf der Farm gelebt und gearbeitet haben machten wir uns auf den Weg nach Esperance. In Esperance verbrachten wir einige Tage um uns für die Strecke nach Adelaide (2200km Outback, Entfernung von London nach Moskau) vorzubereiten. Wir haben exzessiv eingekauft und getankt und machten uns früh morgens auf den Weg. Die Karre lief am ersten Tag außergewöhnlich gut, dennoch haben wir uns auf einem Rastplatz über Nacht Mäuse eingefangen, die sich über unser Essen hermachten. Uns war es natürlich nicht vergönnt die Strecke in einem Stück durchzufahren. An einer Tankstelle, der einzigen für die nächsten 100 km, bemerkten wir, dass wir eine Menge Kühlwasser verloren. Wir hatten einen daumengroßes Loch in einem unserer Kühlschläuche. Bis zum heutigen Tage haben wir keine Erklärung wie das Loch dort hin kam, aber eine Verbindung zu den Mäusen schließen wir nicht aus. Nach dem wir zwei Tage,die Zeit in der wir auf einen Ersatzschlauch gewartet haben, an der Tankstelle in Nanduroop verbracht haben machten wir uns wieder auf den Weg und dann kam die längste Geradeausstrecke der Welt. Für 148km ging es wirklich nur geradeaus. Wir kamen ohne weitere Zwischenfälle wohlbehalten in der Hauptstadt von Southern Australia,Adelaide, am Australian Day an.
Der nächste Bericht wird so in zwei Wochen folgen, wenn wir hoffentlich einen Job haben und danach endlich das Reisen anfangen können. Grüße an das eisige Deutschland...

... link (3 Kommentare)   ... comment


Perth
Unser Flug ging um 18 Uhr nach Perth, sodass wir mit zweistündiger Zeitverschiebung um 21 Uhr in Perth landen sollten. Schlau wie wir waren, haben wir uns natürlich vorher um kein Hostel bemüht, weil wir davon ausgingen, dass viele Hostels genügend freie Betten haben würden. Das war natürlich nicht der Fall. Gerade als wir dachten, dass wir obdachlos werden müssten, haben wie ein Hostel gefunden, wenn auch nur für eine Nacht. Es war zwar überteuert aber das einzige was wir bekommen konnten. Die Nacht war alles andere als ruhig, denn unser Hostel, das Underground, entpuppte sich als Partyhostel und während wir, übermüdet vom Flug, schlafen wollten, wurde auf den Gängen von Betrunkenen alles getan um sicher zu stellen, dass die Leute in den Zimmern nicht länger als eine Stunde Schlaf am Stück bekamen. Da wir im Underground nur eine Nacht bleiben konnten und wollten, mussten wir am nächsten Morgen aufbrechen und uns auf die Suche nach einem neuen Hostel machen. Das einzige Hostel was noch Plätze freihatte und nicht viel zu teuer war, war das Grand Central. Es war das schlechteste Hostel in dem wir je waren.
Für 24$ die Nacht, teurer als jedes Hostel in Cairns, bekam man nur kaputte Steckdosen, einen abgefackelten Balkon, keine Klimaanlage, Plastikmatratzen, die am Körper kleben bleiben und zu guter Letzt ein kleiner Insektenzoo in der Küche.
Noch bevor wir eine Nacht in diesem Superhostel verbracht hatten wollten wir eigentlich schon wieder gehen, aber ohne anderes Hostel blieb uns nichts anderes übrig als dort erstmal zu bleiben. Wir hatten ein 8er Zimmer und haben es mit 6 Bayern, die zusammen als Gruppe reisen, geteilt. Wir haben uns sofort an die Suche nach einem Camper gemacht und nach drei langen Tagen in unserem Dreckshostel auch einen gefunden, der ganz passabel aussah. Termin ausgemacht und mit der Fähre nach South Perth gefahren um uns das ''gute Stück'' anzugucken. Es schien ein guter Deal: wenig Rost, fährt sich ganz gut, keine Überhitzung während der Testfahrt, also haben wir den Camper gekauft. Und damit fing es an. Ich werde die Probleme mit dem ''neuen'' Auto zusammenfassen, denn alles was wir in dem Camper reinstecken mussten und wie oft wir beim Mechaniker waren, würde den Rahmen sprengen.
Insgesamt haben wir eine Woche auf den Parkplätzen von Werkstätten verbracht.
Weihnachten kam immer näher,also haben wir langsam unsere Weihnachtssachen gekauft. Eine Weihnachtsmütze und einen 65cm Weihnachtsbaum. An Heiligabend waren wir sogar in einer Mitternachtsmette. Unser Weihnachtsessen war an Heiligabend und umfasste Pfeffersteaks, Schweinemedaillons und Salat. Den Weihnachtstag verbrachten wir mit einigen Deutschen, zwei Franzosen und Bill, einem älteren Australier, der aussah wie der Weihnachtsmann persönlich. Es war eigentlich eine gemütliche Rune und um uns herum wurde von vielen australischen Familien Weihnachten am Strand gefeiert.
Nächster Bericht folgt sogleich :)

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 5. Januar 2012
Ende der Bananenarbeit
Irgendwann im November haben wir beschlossen unsere Pläne zu ändern und nicht wie vorgesehen bis Ende Januar in Innisfail zu arbeiten, sondern schon vor Weihnachten einen dringend gebrauchten Tapetenwechsel zu vollführen. Nach einem besonders schlimmen Arbeitstag beschlossen wir uns Flugtickets von Cairns nach Perth zu holen, um dort noch mal ein wenig zu arbeiten, einen Campervan zu kaufen und dort unseren Roadtrip wieder zurück nach Cairns zu starten.
Der Flug ging Freitagsabends und wie konnten es so arrangieren, dass Mittwoch unser letzter Arbeitstag war. Die Bayern hatten es genauso gelegt, dass Mittwoch ihr letzter Arbeitstag war und so konnten wir zusammen noch mal die Karaokenacht im Crown nutzen.
Jedoch am Freitag vor unseren drei letzten Arbeitstagen gab es noch mal einen Zwischenfall. Als ich mit zwei der Bayern noch unten zum feiern gegangen bin, ist einer der Bayern an eeinen Aborigine geraten, der sich dann sofort mit ihm schlagen wollte. Ich wollte die beiden beruhigen, doch er und seine Freunde waren nicht mehr zu beruhigen und ruckzuck wollten sich 20 Leute mit uns schlagen. Die Türsteher haben uns drei dann nach "oben" in Hostel geleitet, weil wir nicht weiter soviel Ärger machen sollten. Ziemlich lächerlich, aber najut. War vielleicht auch zu unserer eigenen Sicherheit. Einer der Bayern hat sich so über diese Ungerechtigkeit in Rage geredet, dass er sich noch ziemlich mit der Managerin angelegt hat bis die Situation dann ziemlich eskaliert ist und die Polizei bei uns im Hostel mit vier Beamten eingeelaufen ist. Den genaueren Grund warum auf einmal die Polizei bei uns im Hostel war kannte ich nicht, sie wollten nur einen der Bayern mitnehmen, weil er angeblich Randale gemacht hat. Aus irgendeinen Grund hatten sie aber die falsche Zimmernummer und wollten auf einmal den schlafenden Julian mit aufs Revier nehmen. Als ich ihnen nach einiger Zeit aber klar machen konnte, dass sie den falschen hatten, klopften sie bei den Bayern an und fingen an mit ihnen zu diskutieren. Letztendlich hat der Besitzer vom Crown eingelenkt und wir durften bleiben. So ging ein ereignisreicher Abend zu Ende.

Der letzte Arbeitstag
Unser letzter Arbeitstag war wie gesagt an einem Mittwoch und wir hatten auch genügend Goon (Billigwein) gehabt um unseren Abschluss auf der Bananenfarm gebührend zu feiern. Weil am letzten Arbeitstag unser Chef die ganze Zeit mit uns gearbeitet hat, konnten wir während der Arbeit nicht anstoßen, aber als dann 16 Uhr war, waren 10 Wochen harte Bananenarbeit vorbei. Die Fahrt zurück war die beste Fahrt, die wir in Innisfail hatten, erstens weil es halt unser ersehnter letzter Tag war und weil Rob, unser Fahrer, durch Vorgärten und über Bahnschienen gefahren ist um den weg abzukürzen.
Der liebe Farmer wollte uns noch Nachmittags nach der Arbeit zum Essen einladen und später wollten wir noch mit den Bayern zusammen Karaoke singen. Das Essen war sehr gut und das Karaoke singen auch, nur wahrscheinlich nicht für die anderen. :) So gingen zweieinhalb Monate Bananenarbeit in Innisfail zu Ende.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 28. November 2011
Innisfail Teil 2
Freitagabend: Deutsche Geschichtsstunde
Als die Bayerns sich eine Woche frei genommen hatten um in Cairns tauchen zu gehen und Marcels Geburtstag zu feiern, saßen wir Freitag abends im Gemeinschaftsraum und haben uns was zu essen gemacht und dabei einen Film geguckt. Da niemand weit und breit zu sehen war und auch niemand im Hostel zu sein schien, dachten wir uns das wir den Film erstmal zu Ende gucken und danach den fälligen Abwasch machen. Kurz vor Ende des Films kam Aron sturzbetrunken rein guckte sich den Film für eine Minute an, in der er schon mehr als laut den Film kommentierte, doch als sein Blick dann zur Spüle wanderte ging es los.
Wir sollten sofort unser Zeug abspülen sonst würde was passieren. Und das ist noch richtig nett ausgedrückt. Ich erklärte ihm, dass der Film nur noch fünf Minuten dauern würde und dass wir danach alles direkt aufräumen würden. Doch das interessierte ihn gar nicht. Er wurde nur noch aggressiver und ausfallender. Als er dann drohte mich umzubringen wars dann auch für uns nicht mehr zu ertragen und wir haben versucht Steele anzurufen, der leider nicht drangegangen ist, und wir somit mit den´Türstehern vom Crown vorlieb nehmen mussten. Als die Türsteher hochgekommen sind, behauptete er uns nett darauf hingewiesen zu haben, dass sich noch ungespültes Geschirr im Waschbecken befindet. Während ich mit den Türstehern zu Gange war, erläuterte Aron Julian seine Sicht über den Ablauf der zwei Weltkriege: Wir Deutschen seien einfach ein von Grund auf richtig faules Volk, wie man ja heute Abend gesehen hätte, und wir bräuchten uns auch gar nicht zu wundern, dass so ultra faule und respektlose Leute, den Weltkrieg verloren hätten... Ich habe mal die ganzen Beleidigungen gegen uns aus der Auseinandersetzung rausgestrichen. Zu guter Letzt kam das Thema was noch kommen musste: der Holocaust. Ab einem gewissen Zeitpunkt schaltet man einfach nur noch die Ohren auf Durchzug und lässt so etwas gar nicht mehr an einen ran.
Die Situation mit Aron hat sich entspannt auch wenn wir auf eine Entschuldigung immer noch vergebens warten. Nach vier Wochen des ewigen Schweigens, kommen wir wieder in den Genuss Arons ewiges Gelaber ertragen zu müssen, wo man sich selbst Kopfhörer aufsetzen kann mit lauter Musik und er trotzdem weiter auf dich einredet.

Erntesaison beginnt
Anfang November fängt die Erntesaison im ''Bananenbusiness'' an und deshalb ist das Crown auch zur Zeit sehr gut gefüllt. Es sind viele Leute dazu gekommen, die das Leben hier etwas spannender machen, aber auch etwas schwieriger wenn es zum Beispiel um die Benutzung der Küche geht. Im letzten Bericht habe wir aus Platzmangel noch nicht unsere Zimmernachbarn, die Bayern, erwähnt. Holger, der eigentlich Thomas heißt aber wegen gewisser Ähnlichkeiten mit Holger Badstuber, Holger getauft wurde, Micha und Marcel kommen aus dem Dorf Hof im Norden Bayerns Nähe der tschechischen Grenze. Wir arbeiten ungefähr seit Ende September in Innisfail und die Bayern sind ungefähr eine Woche nach uns angekommen. Da wir halt schon am längsten im Hostel sind und auch Nachbarn sind haben wir auch am meisten mit ihnen zu tun. An Wochenenden wird dann schonmal zu fünft ein Auto gemietet um nach Mission Beach oder nach Cairns zum feiern zu fahren.
Wir hatten in den zwei Monaten in Innisfail superviel Spaß zusammen auch weil wir alle ungefähr alle auf einer Wellenlänge sind. Die Zeit in Innissfail wäre auf jeden Fall unerträglicher geworden, wenn wir keine gleichgesinnten im Hostel gehabt hätten.
Ein deutsches Pärchen aus der Nähe von Hamburg ist neu im Hostel. Michel, ein Punker, und Lisa, ein Hippie, kommen von einem 6 wöchigen Roadtrip der in Perth angefangen hat und durchs Outback, über Ayers Rock nach Innisfail geführt hat. Den Bildern und Geschichten nach zu urteilen haben sie in den 6 Wochen, wo sie mit zwei zu anfangs fremden deutschen aus Soost im Campervan viele tausend Kilometer gemacht haben, sehr viel erlebt, was unseren Beschluss mal von den ganzen Touris und Backpackern wegzukommen eigentlich nur bestärkt hat. Zwei Briten sind auch jetzt neuerdings im Hostel mit denen wir uns auch gut verstehen und die auch auf unserer Farm arbeiten. Man sitzt abends jetzt schonmal öfter mit vielen Leuten auf der Veranda und unterhält sich einfach. Das Hostelfeeling ist halt schon ein wenig anders als in Cairns auch weil hier alle dieselbe Sche**arbeit machen. :)
Volleyball im K-Mart
Letzten Donnerstag haben wir einfach mal beschlossen bei K-Mart, eine Art Supermarkt, rumzugucken, weil man in Innisfail an einem Donnerstag Nachmittag bzw. Abend nicht sonderlich viel zu tun hat. Donnerstag ist außerdem Late Night Shopping, wo die Geschäfte dann anstatt um 16 h um 17 h zumachen. Und 20 Minuten später fanden wir uns rausgeschmissen aus eben jenem Supermarkt, da Holger bei dem Versuch den Volleyball noch irgendwie übers imaginäre Netz zu baggern, einfach mal ein ganzes Regal leergefegt hat. Und seit dem ist der Donnerstag unser K-mart Tag.
Ich habe mir bei der Arbeit im Rücken ein paar Nerven eingeklemmt(Selbstdiagnose) konnte deswegen Freitag nicht arbeiten aber hoffe, dass es sich am Wochenende jetzt bessert, sodass ich unseren Endspurt der Farmarbeit noch mitmachen kann. Wir haben noch nicht gänzlich entschieden wie lange wir noch auf der Farm arbeiten wollen, aber wir haben schon ganz gut Geld angespart mit dem man schon eine gewisse Zeit überleben kann. Vor Weihnachten werden wir auf jeden Fall die Zelte in Innisfail abbrechen, dann müssen wir wahrscheinlich später noch mal arbeiten, aber anders war es ja eigentlich auch nicht geplant.
Das war der letzte Bericht aus der Metropole Innisfail, also bald kommen dann hoffentlich etwas spannendere Berichte von unserem Roadtrip, wenn wir mal weg von Touris und Backpackern sind und mal richtige Australier kennen lernen und das Land kennen lernen.

... link (5 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 6. November 2011
Aufbruch nach Innisfail
Nach unserem Trip in den Dschungel hatten wir vor unsere Jobsuche zu intensivieren, denn der Trip war nicht gerade billig und langsam aber sicher brauchten wir eine Arbeit damit unsere Zeit in Australien nicht unfreiweillig um einiges kürzer wird als geplant.
Unser Lebenslauf lag beim Hostel, die uns versuchen würden einen Job zu finden. Nach einer Woche Lagune in Cairns, kam der Hostelmanager auf uns zu und sagte er hätte einen Job für uns. Eins der working hostels bräuchte sehr kurzfristg zwei Leute für eine Bananenfarm. Es wäre zwar die ersten paar Wochen nur 2-3 Tage die Woche aber danach wäre es dann eine Vollzeitbeschäftigung. Wir brachen einige Stunden später nach Innisfail auf, da der nächste Tag schon unser erster Arbeitstag sein sollte. Der Jobvermittler vom Hostel Steele holte uns bei der Bushaltestelle ab und zeigte uns ein bisschen Innisfail. Innisfail ist ein kleines beschauliches Örtchen mit ungefähr 8000 Einwohnern und knapp 5 working hostels, die alle vollgepackt mit jungen Backpackern auf der Suche nach Arbeit sind. Wenn man durch Innisfail läuft, sind eigentlich die einzigen Leute, die man auf den Straßen sieht Backpacker.

Arbeit im Bananenbusiness

Im Crown(Hostel) bekamen wir ein Dreibettzimmer zugeteilt, welches jedoch nur von uns beiden genutzt wird. Am nächsten Morgen würden wir um 6.30 anfangen, also würde Steele uns um 6.00 h abholen und uns zur Plantage fahren. Der Weg zur Farm jeden Morgen dauert ungefähr 20 Minuten. Steele stellte uns Atwal, unserem Chef, einem Inder vor und sogleich mussten wir uns auf den Traktor stellen um in die Bananenfelder reinzufahren. Der Chef und sein Sohn zeigten uns wie das Sprayen mit den Pestiziden geht und dann ging auch schon die Arbeit los. Wir mussten jeden der 70.000 Bäume auf unserer Farm mit Insektengift besprühen, was ungefähr 6-7 Arbeitstage in Anspruch nahm und danach die Farm des Nachbarn Alan sprayen, welche aber nur 25.000 Bäume hatte. Im Endeffekt waren wir direkt Vollzeitbedschäftigt von Montags bis freitags von 6.30 bis 16.00 h. An einem Farmtag hat man zwei Pausen. Einmal Smokers und einmal Lunch. Smokers ist so um 9.30 und Lunch so um 12.30. Beide Pausen dauern unghefähr 30 Minuten. Die Vollbeschäftigung war uns nur Recht, da wir unser Geld so schnell wie möglich zusammen haben wollen, obwohl das Sprayen schon ein ziemlicher Scheißjob ist. Nach dem Sprayen bekamen wir dann endlich andere Tätigkeiten zutun, die nicht so undankbar waren und die Arbeit generell erträglicher werden ließen.
Jetzt wo die Ernte angefangen hat, arbeitet Julian im Shed, also da wo die Bananen von der Staude getrennt, gewaschen, sortiert, und verpackt werden und ich trenn die Staude mit einer Machete vom Baum und leg sie auf den großen Anhänger, der vom Traktor gezogen wird.
Nach einiger Zeit ist uns aufgefallen, dass unser 60 jähriger vollbärtiger Chef aussieht wie die indische Version von Papa Schlumpf. Ich hoffe demnächst schaffen wir es mal ein Bild von ihm hochzuladen und ihr werdet sehen: die Ähnlichkeit ist verblüffend. :)

Crown Backpacker Hostel

Wir leben in der in der ersten Etage vom Crown, oberhalb des Crown Pubs, welcher am Wochenende meistens gut gefüllt ist. Jeden Tag gibt es im Pub unten etwas anderes: wie z.B. Billiard oder Pokertuniere. Am Mittwoch jedoch gibt es den wundervollen Karaokeabend, der sehr laut bis zu uns oben ins Zimmer dringt. Aus Mangel an Leuten, die Karaoke singen wollen übernimmt die Leiterin des Karaokeabends das Mikro, aber nur weil sie das leitet heißt das noch nicht, dass sie überhaupt irgendwie singen kann. Sie ist um Welten schlechter als der schlechteste Besucher des Pubs, der sich an Karaoke versucht. Und jede Woche Mittwoch bekommen wir die volle Dröhnung ab.
Die Australier, die schon länger hier im Hostel leben, und in der Regel nicht arbeiten gehen sind alle abgestürzt. Manche mehr als andere. Es gibt einmal Josh, den Forrest Gump vom Crown, der schon fast zwei Jahre im Crown lebt und auch seit zwei Jahren nicht arbeiten geht. Er wird von vielen Forrest genannt, weil er etwas dümmlich ist und viele Sachen übernimmt. Seitdem wir öfter Kappies tragen hier im Hostel sieht man John auch nur noch mit Mütze rumlaufen.
Dann gibt es Dominic. Dom sieht aus wie ein typischer Drogenabhängiger und benimmt sich auch teilweise so. Trinkt viel, raucht viel, kifft viel und denkt manchmal er wäre Brad Pitt, wenn er mal wieder auf einem Trip ist.
Der letzte im Bunde ist Aron. Er lebt hier schon mehrere Monate und denkt ihm würde das Hostel hier gehören, so wie er uns öfter hier maßregeln versucht. Die erste Zeit war er noch relativ erträglich doch Zeit zu Zeit wurde es schlimmer. Er beschuldigte uns des öfteren unsere Sachen nicht ordnungsgemäß abzuspülen und das Hostel zu verwüsten, was natürlich in keinster Weise der Fall ist. An diesem Wochenende gab es einen größere Auseinandersetzung mit ihm, über die wir aber im nächsten Bericht ausführlich schreiben werden. Wir sind im Moment ein bisschen hinterher, deswegen wird der nächste Blog auch schon nächste Woche oder übernächste erscheinen. Dann wird auch die Frage geklärt werden warum wir Deutschen beide Weltkriege verloren haben nach Ansicht von Aron...Also bis in 2 Wochen.

... link (2 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 20. September 2011
Rumble in the Jungle
Von einem Deutschen aus unserem Zimmer hatten wir erfahren, dass es möglich ist auch als unter 21 jähriger einen Campervan auszuleihen. Manuel, aus Bayern, hatte mit einem Freund einen Campervan für eine Woche ausgeliehen und eine Tour durch den Regenwald zur Stadt im Regenwald Cape Tribulation gemacht für einen angemessenen Preis. Da wir sowieso vorhatten den Regenwald zu sehen und eine Tour nach Cape Tribulation zu machen, beschlossen wir uns einen Campervan zu mieten, indem man auch gleichzeitig schlafen kann, was uns die Hostelkosten ersparen würde.


Day 1
Um unseren Wagen abzuholen mussten wir erstmal gute 45 Minuten ins Industriegebiet von Cairns zur Campervermietung laufen und als wir dort angekommen waren bekamen wir den Camper ''Murgatroyd'' zugewiesen. Erstmal sind wir einkaufen gegangen um uns für die Woche genügend Proviant mitzunehmen. Auch wenn das meiste aus Energy Drinks und Doritos bestand haben wir auch Kängerufleisch und Burger mitgenommen.
Als erstes sind wir nach Kuranda gefahren, ein Dorf, dass im Stile eines Aborigine Dorfes aufgemacht war. Leider waren wir erst nach vier Uhr dort, was zur Folge hatte, dass ausnahmslos jeder Laden in dem Dorf geschlossen hatte. Die Tourveranstalter karren die Touristen nur in einem Zeitfenster von 10 bis 4 in das Dorf, sodass Kuranda ab 4 zu einem regelrechten Geisterdorf wird. Die einzigen Menschen, die wir gesehen haben, waren ein paar obdachlose Aborigines, die sich am ''Marktplatz'' ihre Zeit vertrieben haben. Also sind wir zügig weitergefahren, weil es in Kuranda einfach nichts zu sehen gab, mit all den geschlossenen Geschäften.
Bis zum Abend wollten wir eigentlich in Port Douglas sein, um am nächsten Tag direkt früh morgens die Fähre zur Cape Tribulation Route zu nehmen. Da es aber schon spät geworden war und der Highway nach Port Douglas äußerst sehenswert ist, korrigierten wir unser Ziel nach unten und schauten uns nur noch ein paar Strände in der Nähe an wo wir dann auch schlafen wollten ( Bilder von den Stränden gibt es in der Gallerie).
Nach einiger Zeit hatten wir einen guten Schlafplatz gefunden, wo auch schon mehrere Camper standen und wir entschieden uns dafür dort direkt am Strand die Nacht zu verbringen, auch wenn das ''Wildcampen'' auf diesem Parkplatz verboten war.
Der Parkplatz füllte sich, aber die meisten Leute waren nur zum fischen oder des Strandes wegen dort, nicht zum schlafen. Manch andere Besucher, zu meist Rentner, trafen sich am Parkplatz um erstmal gepflegt einen oder mehrere Joints in ihren Autos zu rauchen, was bei manchen heftige Hustenanfälle zur Folge hatte. :)
Nach einiger Zeit, nachdem wir uns es schon gemütlich gemacht hatten, kam ein Rentner in Unterhose zu uns und riet uns eher nicht auf diesem Parkplatz zu schlafen, weil das City Council schonmal an diesem Parkplatz kontrollierte, was eine Verwarnung und eine 500 $ Strafe zur Folge haben würde. Er selbst wurde schon einmal an diesem Parkplatz erwischt, aber er behauptete einen Parkplatz zu kennen, der absolut sicher sei. Wir überlegten kurz, entschlossen uns aber dann dem Rat zu folgen und den anderen Parkplatz als Schlafplatz zu benutzen.
Auf dem Weg zu dem anderen Parkplatz, welcher weiter nördlich gelegen war (Karte), bekamen wir unser erstes Buschfeuer zu Gesicht (Gallerie), welches wohl durch den Staat gelegt war, um das Risiko für ein unkontrolliertes Buschfeuer zu senken. Als wir in sicherer Entfernung angehalten haben um es zu begutachten, sah es jedoch alles andere als gewollt aus. Doch Peter, der alte Mann in Unterwäsche versicherte uns, dass es öfter vorkomme, dass die Behörden Feuer an diesen Stellen legten.
Am Schlafplatz/Parkplatz angekommen, trafen wir zum ersten Mal Einsiedler Bob, der während unserer Tour noch öfter eine Rolle spielen wird. Bob sah aus wie eine Mischung aus Gandalf und einem Obdachlosen und hatte einen Hund dabei, der genauso wie er aussah, ungepflegt und ungewaschen, aber doch irgendwie ganz nett.


Day 2
Am zweiten Tag sind wir früh aufgestanden um möglichst schnell zur Fähre zu kommen und möglichst viel vom Regenwald zu sehen. Um 11 haben wir mit der Fähre übergesetzt und der Dschungel fing an. Erstmal ging es in Serpentinen den Berg hoch, jedoch konnte man schon erkennen, dass das Klima und die Vegetation sich zunehmend veränderte und immer dichter und ''grüner'' wurde. Als erstes hielten wir an einem ''scenic Lookout'' von dem aus man das umliegende Land wunderbar sehen konnte (Gallerie). Danach haben wir eine kleine Wanderung zu einer Plattform gemacht, die ins Dickicht des Regenwaldes hineingeführt hat. Der Regenwald hatte sehr hohe Bäume mit seltsam aussehenden Wurzeln, und alles war sehr grün. Jedes Gewächs hatte seinen eigenen Grünton und von den Bäumen hingen auch Schlingpflanzen und teilweise Lianen.
Obwohl wir nur 70 km von Cairns entfernt waren, war das Klima ein komplett anderes. Es war zwar auch warm, jedoch sobald man unter die Bäume trat wurde es schon bedeutend kühler, bei einer Luftfeuchtigkeit, die den 100 % verdächtig nahe kam. Es war bewölkt, trotzdem warm an den Stränden, die wir auf unserem Weg nach Cape Tribulation angefahren haben.
Die Strände waren schon eher so, wie man sich Strände in Australien vorstellt. Eine Bucht, beziehungsweise Strand, hätte auch genauso gut der Drehort für Fluch der Karribik sein können. Dort haben wir auch unser erstes richtiges Dschungeltier gesehen, einen Leguan (Gallerie).
Je später es wurde und je weiter nördlich wir kamen desto weniger Gruppen begegneten wir und desto menschenleerer wurde die Strecke, die wir zurücklegten. Wir sind bis zum nördlkichsten Punkt gefahren, den man erreichen kann ohne ein Auto mit Allradantrieb zu fahren. Von dort wollten wir dann unsere Rückreise antreten, damit wir nicht im Dunkeln nach einem Schlafplatz ausschau halten mussten. Auf der Rückfahrt hielten wir noch an der zweiten Schwimmstelle an und sind ein bisschen weiter in den Regenwald reingelaufen, wo wir dann auch prompt auf unsere erste Riesenspinne gestoßen sind. Gegen abend setzten wir dann wieder mit der Fähre über und entschieden uns für unseren alten Schlafplatz beim Bob, da wir so nicht lange suchen mussten und es sicher war.


Day 3
Als wir morgens alles zusammen gepackt hatten und den Motor starten wollten, passierte einfach mal nichts außer dass eine unserer Batterien ein lautes klicken von sich gab. Wir baten zwei Hamburger, die auch auf dem Parkplatz geschlafen hatten uns mit einem Überbrückungskabel Starthilfe zu geben, doch es tat sich immer noch nichts. Wir hatten uns schon damit abgefunden den ADAC zu kontaktieren, doch dann kam unser Retter Bob. Mit dem Joint im Mund erklärte er uns, dass man die andere Batterie laden müsste, die versteckt im Motor war. Also legte er das Überbrückungskabel auf die andere Batterie um und der Motor lief wieder. An diesem Tag wollten wir eigentlich viele working hostels abfahren und nach Arbeit fragen und so weit wie möglich kommen. Also sind wir die working hostels in Mareeba und Atherton abgefahren, bis runter nach Tully, doch überall das gleiche: im Moment gibt es keine Jobs, doch kann sich das täglich ändern weshalb man öfter bei den Hostels anrufen sollte.
Auf unserem Weg runter nach Innisfail kamen wir an einigen Wasserfällen vorbei, die wir eigentlich nicht vorhatten anzugucken, weil man dafür wieder einige Kilometer vom Weg abkam. Wir beschlossen trotzdem zu einem Wasserfall hinzufahren, der uns dann so beeindruckte, dass wir auch noch die restlichen anfuhren (Gallerie). Am dritten Wasserfall sind wir dann auch schwimmen gegangen. Da es schon relativ spät war, kamen auch keine Touristengruppen oder generell Touristen vorbei um sich die Wasserfälle anzugucken.
Der Weg zu den Wasserfällen hätte auch eine Straße in Bayern sein können. Es ging immer hoch und runter und rechts und links entlang der Straße waren Weideplätze für Vieh oder Bauernhöfe. Wenn man sich jedoch den Wasserfällen näherte, kam man an einen kleinen Wald, der der komplette Gegensatz von der restlichen Umgebung war. Auf einmal war die Luftfeuchtigkeit eine andere und es sah aus wie im tiefsten Dschungel obwohl man nur wenige Meter von der Straße und den Bauernhöfen entfernt war.
Nachdem wir die drei Wasserfälle angefahren hatten, fuhren wir weiter und wollten so weit wie möglich noch an diesem Abend kommen. Wir suchten uns einen Parkplatz in der Nähe von Tully aus, auf dem schon andere Campervans standen, wo das Campen auch erlaubt war.


Day 4
Unser letzter voller Tag mit dem Camper war angebrochen und wir wollten alle working hostels bis Cairns abfahren und dann irgendwo da in der Nähe schlafen um dann am nächsten Tag mehr Zeit zu haben den Wagen sauber zu machen und abzugeben. Wir lagen relativ gut in der Zeit jedoch gestaltete sich das Abfahren der Hostels schwieriger als erwartet. in Cardwell waren zwei working hostels eingezeichnet. Bei dem einen war das Dach nicht mehr existent und das Hostel hatte demnach zugemacht und beim anderen war der Zustand unmerklich besser, nur das dieses Hostel noch geöffnet war. So traten wir unsere Heimreise Richtung Cairns an und fuhren auf dem Weg noch zu ein paar Hostels, bei denen die Rezeption aber meistens geschlossen hatte, da es Samstag war. Wir schrieben uns von den Hostels die Telefonnummern auf um dort anzurufen wenn wir wieder in Cairns angekommen warren.
Die Schlafplatzsuche gestaltete sich schwerer als gedacht in der Nähe von Cairns, was dazu führte, dass wir wieder beim Bob und ''seinem'' Parkplatz unsere letzte Nacht verbrachten.
Angekommen suchten wir Feuerholz und machten ein Lagerfeuer, dass für ungefähr drei Stunden gut gebrannt hat.


Day 5
Nachdem wir den Camper gesäubert und abgegeben hatten, machten wir uns auf Hostelsuche und landetetn schließlich im Global Waterfront, was ungefähr 50 m von unserem alten Hostel entfernt ist. Als erstes wurden wir in ein Zimmer gelegt von dem uns eine Bewohnerin sagte, dass es ein Zimmer für Bedienstete sei, die so umsonst im Hostel wohnen dürfen. Genauso sah das Zimmer aber auch aus. Wir dachten schon, dass wir extremes Pech mit dem zimmer gehabt hätten, doch als wir an der Rezeption vorbeikamen, bemerkte die Rezeptionistin ihren Fehler und gab uns ein neues Zimmer über das man sich nicht beklagen kann. Unser Mitbewohner ist ein Englander aus Leicester, der ziemlich bankrott in Australien ist und nach eigenen Angaben mehrere Wochen als Obdachloser in Cairns gelebt hat.
Bei unserem Hostel bekommt man Coupons für ein Abendessen für das man anstatt von 12 nur 5 $ bezahlt. Wir machen uns jetzt verstärkt an die Jobsuche, weil uns diese geile Woche auch ziemlich viel Geld gekostet hat.

Wir hoffen euch hat diese ausführliche Berichterstattung nicht gelangweilt und ihr schaut euch auch fleißig die Bilder unseres Trips an. der nächste Bericht wir in 2-3 Wochen folgen. :)

... link (7 Kommentare)   ... comment


Freitag, 9. September 2011
Das Great Barrier Reef
In unserem Starterpaket war eine Schnorcheltour im Great Barrier Reef enthalten auf einem Boot, welches ungefähr 100 Leute gefasst hat. Es ging um 8 Uhr morgens los und wir haben ungefähr um 17 Uhr wieder in Cairns angelegt. Unser erster Schnorchelplatz war ungefähr eineinhalb Stunden entfernt und als wir dort angekommen waren, hatten wir ungefähr eine Stunde Zeit zum Schnorcheln. Danach fuhren wir noch zu einem zweiten Platz im Reef wo wir auch noch mal die Möglichkeit hatten ausführlich zu schnorcheln. Wir waren uns einig, dass dieses Erlebnis eines unserer Highlights dieser 9 Monate sein wird. In der Galerie ist eine Auswahl der besten Fotos und Videos, die wir von unserem unvergesslichen Tag zusammengestellt haben (auf jeden Fall sehenswert).

... link (6 Kommentare)   ... comment


Das Abenteuer beginnt
Nach über 30 Stunden unterwegs und 3 security checks später sind wir endlich in Cairns gelandet. Wir nahmen den Shuttle Bus zu unserem Hostel, welches an der Waterfront, sprich direkt am Meer zu finden war. Vom Hostel selbst müssen wir die Strsße nur überqueren und sind dann direkt in einem Park, der am Wasser liegt und diverse Barbecuestellen und einen großen öffentlichen Salzwasserpool enthält. In unserer näheren Umgebung gibt es keinen Strand, da in der Bucht wo sich unse Hostel befindet die Gezeiten einen Unterschied von mehreren hundert Meter haben.
Unser Zimmer ist ein Sechsbettzimmer mit einem Bad, in dem noch zwei Deutsche aus Hannover, eine Engländerin und ein Tscheche wohnen. Es sieht zuweilen ziemlich chaotisch aus, aber das bleibt nicht aus bei einem kleinen Zimmer mit sechs Leuten ohne Schränke wo man unnötige oder benutze Sachen drin verstauen hätte können. Aber nichts anderes hatten wir auch erwartet bei einem preis von 14€ die Nacht.
Am ersten Tag waren wir noch ziemlich müde vom Flug nahmen uns jedoch vor nicht direkt schlafen zu gehen sondern noch etwas von Cairns zu erkunden. Wir machten eine Shopping Mall und einen ersten Supermarkt ausfindig, welcher uns die nächsten Wochen wahrscheinlich ernähren wird. In Cairns zumindest in Cairns City wimmelt es nur so von Backpackern, in der Innenstadt ist ein Hostel neben dem Anderen. Ungefähr die hälfte der Backpacker sind deutsch, wenn nicht sogar mehr. Ansonsten kommen die Backpacker übertall her, wobei die Briten auch noch eine sehr hohe Prozentzahl ausmachen. In Cairns gibt es auch verständlicherweise viele Touristen, die vornehmlich aus dem asiatischen Raum stammen. Am folgenden Tag haben wir unser Bankkonto eröffnet, wo dann hoffentlich bald unser erstes Gehalt eingeht.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Vorwort
Um unsere ''folks'' in Deutschland auf dem laufenden zu halten haben wir einen Blog eingerichtet und uns vorgenommen alle ein bis zwei Wochen Berichte zu verfassen und reinzustellen, je nach dem wie unser Zeitplan es zulässt. Wo immer es möglich ist, werden den Berichten auch Fotos oder Videos anhängen, die dann in der Galerie unseres Blogs angesehen werden können. Natürlcih sind verbesserungsvorschläge erwünscht.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Online seit 5256 Tagen
Letzte Aktualisierung: 2012.04.18, 21:47
status
Menu
Suche
 
Kalender
Januar 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
Letzte Aktualisierungen
Die schlimmste bzw. beste...
Seit dem letzten Blogeintrag ist wieder einmal sehr...
by weezy (2012.04.18, 21:47)
Like it ;)
Viel Glück mit dem van und vor allem viel Spaß...
by toniii (2012.04.03, 08:18)
Never ending story
Ihr lernt ja wirklich fast alle Einzelteile Eures Autos...
by sabine.peter (2012.03.31, 08:27)
Die Städte des Murray...
Kurz nach dem letzten Blogeintrag haben wir in Mildura...
by weezy (2012.03.27, 19:14)
Endspurt
Wir hoffen doch, Ihr habt noch genug Zeit und Geld...
by sabine.peter (2012.03.11, 06:58)

xml version of this page

made with antville