Weezy Downunder
Dienstag, 27. März 2012
Die Städte des Murray Rivers
Kurz nach dem letzten Blogeintrag haben wir in Mildura zwei Italiener getroffen, Enrico und Lorenzo, die auf der Suche nach Arbeit in Mildura waren. Arbeit zu finden in Mildura ist eigentlich kein Problem, wenn es nicht angefangen hätte zu regnen . Bei Regen werden Trauben nicht geerntet, weil die Farmer keine Lust haben nass zu werden. So kommt es Einem zumindest vor. Wir wurden von einer offiziellen "Erntestelle" immer wieder für neue Jobs vermittelt, doch als ein Job zu Ende war und für die nächste Woche nur Regen angesagt war, mussten wir uns Gedanken machen was wiir jetzt machen sollten. Entweder man bleibt in Mildura und nimmt das Risiko in kauf lange auf Arbeit warten zu müssen oder man zieht weiter, wo man sich einen neuen Job suchen kann.

Orangepicking

Die Italiener fanden im Internet eine Stelle zum "Orangepicking" in einer Stadt ungefähr 220 km westlich von Mildura: Waikerie. Also zogen wir von ein auf den anderen Tag los um uns mal als Orangenpflücker zu versuchen. Am nächsten Tag war auch gleich unser erster Arbeitstag. Orangenernte ist bei weitem nicht so angenehm wie die Weintraubenernte, weil ein Orangenbaum bis zu vier Meter groß wird und man somit von einer Leiter aus pflückt. Wir hatten nichts langärmeliges zum Arbeiten, weswegen nach zwei Wochen pflücken unsere Unterarme mit Kratzern übersäht sind. Jeden Tag dieser Zeit haben wir mit Kiko(Enrico) gearbeitet und mal hin und wieder mit Lollo(Lorenzo), wenn er mal Lust zu arbeiten hatte. Es schweißt natürlich schon zusammen wenn man jeden Tag von morgens 7 bis nachmittags um 5 Uhr, dasselbe erleiden muss. Nach der Arbeit wurde dann immer ein bisschen Feuerholz "geborgt" um abends beim freien Campingplatz ein ordentliches Lagerfeuer zu machen. Wir haben uns einen eigenen Grill gebaut, so dass man mit der Glut vom Feuer auch immer abends kochen bzw. grillen konnte.

Glück im Unglück

An dem Tag, an dem wir in Waikerie ankamen, hatten wir wieder einmal Pech, aber zur selben Zeit auch unbeschreibliches Glück. Als wir vor dem Supermakrt in Waikerie gehalten haben, bemerkten wir, dass unser Auto wieder einmal auslief. Natürlich hatten wir wieder mal ein Loch in einem Schlauch. Nur dieses Mal war es einer der Größeren, die vom Kühlergrill zum Motor führen. Wir machten uns auf zur nächsten Werkstatt um das nötige Ersatzteil zu beschaffen. Der Schlauch, den wir brauchten sollte 70$ kosten und aus Sidney eingeflogen werden, weil es in ganz Australien nur noch fünf dieser Schläuche gibt(angeblich). Uns blieb nichts anderes übrig und wir bestellten den Schlauch. Wir fuhren mit unserem provisorisch zugeklebten Schlauch zum Fluß um uns etwas zu Essen zu machen, als ein Mitsubishi Express hintern uns hielt und wir mit dem Besitzer Jack ins Gespräch kamen. Er fragte uns, ob wir schon irgendwelche Probleme mit unserem Van gehabt hätten und wir schilderten ihm unser Problem. Er kannte unseren Mechaniker und meinte dieser wolle uns nur über den Tisch ziehen und habe das Teil wahrscheinlich schon im Lager. Jack schaute sich unseren Schlauch an und meinte er hätte davon noch ein PAAR im Anhänger rumfliegen. Er baute ihn auch für uns ein und meinte 5$ wären vollkommen ok, doch entschied sich kurzerhand um und schenkte ihn uns. Er wollte wissen, ob wir Portwein trinken, was wir natürlich bejahten. Er wollte sich mit uns am Campingplatz treffen um ein bisschen zu plaudern und halt Protwein zu trinken. Ich sagte ihm, dass wir noch essen machen müssten woraufhin er mir 50$ für den Portwein und Fertighähnchen in die Hand drückte. Wir gingen zusammen einkaufen und er bezahlte den Wein und unser beider Abendessen! Wir unterhielten uns mit ihm noch bis spät in die Nacht und konnten unser Glück kaum fassen. Auch wenn wir ziemliches Pech beim Autokauf und mit dem Verkäufer hatten, kam in den richtigen Momenten immer Leute vorbei, die uns selbstlos ziemlich aus der Patsche helfen.
Ein weiteres Beispiel: in Mildura ist unser Keilriemen nicht nur einfach gerissen, sonder in seine Einzelteile zerlegt worden und ein Mechaniker, der unseren Boss kannte, baute uns umsonst einen Neuen ein.
Letzte Woche Samstag war der tränenreiche Abschied von Enrico,da Lorenzo schon zurück wieder in Mailand ist, und im Moment befinden wir uns wieder in Adelaide und planen unseren Trip zur Great Ocean Road, dem beliebtesten Touristen Reiseziel in Australien. Ich denke jetzt wird es nur noch Reiseberichte von uns geben, also drückt uns die Daumen, dass unser Van hält! Bis demnächst!

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Letzte Aktualisierung: 2012.04.18, 21:47
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Die schlimmste bzw. beste...
Seit dem letzten Blogeintrag ist wieder einmal sehr...
by weezy (2012.04.18, 21:47)
Like it ;)
Viel Glück mit dem van und vor allem viel Spaß...
by toniii (2012.04.03, 08:18)
Never ending story
Ihr lernt ja wirklich fast alle Einzelteile Eures Autos...
by sabine.peter (2012.03.31, 08:27)
Die Städte des Murray...
Kurz nach dem letzten Blogeintrag haben wir in Mildura...
by weezy (2012.03.27, 19:14)
Endspurt
Wir hoffen doch, Ihr habt noch genug Zeit und Geld...
by sabine.peter (2012.03.11, 06:58)

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